Standard&Poor stuft einige europäische Staaten in der Kreditwürdigkeit ab
Die Ratingagentur Standard & Poor´s hat sich innerhalb Europas sicher wenig Freunde gemacht. Der US-Rating-Riese hat mit einem Schlag gleich neun Länder herabgestuft, darunter auch Frankreich. Derzeit noch ungeschoren kommt Deutschland davon. Die große Ratingagentur Standard & Poor´s hat für neun Länder den Daumen gesenkt. Neben Frankreich wurden auch die Bonitätsnoten von Österreich, Spanien, Italien, Portugal, Malta, Zypern, Slowenien und Slowakei herabgestuft. Teilweise wurden Eurostaaten von dieser Ratingagentur sogar um zwei Stufen heruntergesetzt. Das wird es für betroffene Länder schwerer und teurer machen, frisches Kapital am Kapitalmarkt zu bekommen. Der Druck auf ganz Europa steigt somit an.
Deutschland behält Top-Rating
Deutschland kann dagegen aufatmen. Die deutsche Wirtschaft, als Zugpferd der Eurozone konnte sein Spitzenrating von „AAA“ behalten und das sogar mit stabilem Ausblick. Es dürfte auf die Bundesrepublik somit mittelfristig keine Abstufung drohen. Allerdings hatte die zweitgrößte europäische Volkswirtschaft dabei weniger Glück. Die Franzosen haben dabei nicht nur ihre Spitzennote verloren, sondern auch ein weiterer negativer Ausblick hat sich für Frankreich angekündigt. Diese Herabstufung könnte zudem Auswirkungen auf den Rettungsfonds für Krisenstaaten mit sich bringen.
Negativer Ausblick für andere EU-Staaten
Für 14 Länder an denen der Kelch dieses Mal vorübergegangen ist, ist der Ausblick aber dennoch negativ. Das Risiko, dass in diesem oder im kommenden Jahr weitere Abstufung passieren, liegt bei eins zu drei, so ein Sprecher von Standard & Poor´s. Außer Deutschland besitzt nur die Slowakei einen stabilen Ausblick innerhalb der Eurozone. Die Ratingagentur begründet ihren Schritt damit, dass die europäischen Politiker nicht genug versucht hätten, um die Krise einzudämmen. Die B-Noten Länder zeigen sich von den Ergebnissen des Eurogipfels enttäuscht. Die Ratingagentur warnte betroffene Länder, dass sich nicht nur ihre Kreditkonditionen verschlechtern, sondern auch die wirtschaftlichen Aussichten. Wie die Schuldenkrise zu lösen sei, sind sich europäische Politiker immer noch uneins. Laut Einschätzungen Rolf Schneiders, einem Allianz-Volkswirt sind die Herabstufungen keinesfalls gerechtfertigt. Schneider erklärte gegenüber der Finanznachrichtenagentur dpa, dass dieser Schritt von Standard & Poor´s nicht nachvollziehbar sei. Nach seiner Einschätzung hat der jüngste EU-Gipfel mit dem Fiskalpakt deutliche Fortschritte gemacht. Standard & Poor´s hätte zumindest diese weitere Ausgestaltung auf dem kommenden Gipfeltreffen abwarten können, der Ende Januar stattfindet.
Weitere Länder mit Top-Bonität
Standard & Poor´s hat als größte der drei bedeutendsten Ratingagenturen die Noten von fast allen Eurostaaten und des Rettungsschirms unter starke Beobachtung gestellt. Weitere Länder, die ihre TOP-Bonität och behalten können sind die Niederlande, Luxemburg und Finnland. Die Griechen sind bereits auf einen Ramschstatus gesunken. Das bedeutet, dass Standard & Poor´s bei Griechenland von einer großen Wahrscheinlichkeit ausgeht, dass das Land Bankrott geht.
Ähnliche News:
