Rumänien steht kurz vor dem Bankrott
Im Konzert der um die Einhaltung ihrer internationalen Zahlungsverpflichtungen kämpfenden europäischen Länder nimmt Rumänien zweifelsfrei einen der vordersten Plätze ein.
Staatsbankrott
Unter diesem Begriff versteht man die Zahlungsunfähigkeit eines Staates, die sich in der völligen oder teilweisen Nichterfüllung eingegangener Verpflichtungen hinsichtlich der Tilgung gewährter Kredite und der Zahlung daraus resultierender Zinsen äußert. Die Ursachen dafür sind sehr unterschiedlicher Natur.
Die Wirtschaftlage in Rumänien
Nach offiziellen Angaben wurde diese Land besonders stark von der Wirtschaft- und Finanzkrise des Jahres 2009 getroffen. Das Bruttoinlandsprodukt sank um 7,1 Prozent. In der Folgezeit hat sich das Negativwachstum zwar verlangsamt, von einer Stabilisierung der Wirtschaftslage kann allerdings in Anbetracht der jüngsten Entwicklung auf den internationalen Finanzmärkten keine Rede sein. Wie andere Länder auch, sah sich Rumänien zu drastischen Einsparungen gezwungen. So wurden allein im öffentlichen Bereich 100.000 Stellen gestrichen. Mit nahezu 8 Prozent wartet Rumänien auch mit der höchsten Inflationsrate im Rahmen der EU auf. Der für die internationale Zahlungsfähigkeit entscheidende Indikator, die Leistungsbilanz, weist einen Negativsaldo von über 5 Milliarden Euro auf. Die erkennbaren Reformbemühungen der rumänischen Regierung lassen allerdings nach wie vor zu wünschen übrig. Diese werden durch die bestehende Rechtsunsicherheit und Korruption stark gehemmt.
Finanzielle Schwierigkeiten
Der rumänische Premierminister Emil Boc schätze im vergangenen Jahr vor dem Parlament ein, dass infolge des volkswirtschaftlichen Ungleichgewichts, die Bereitschaft der ausländischen Partner zur Gewährung langfristiger Kredite so gut wie nicht mehr gegeben sei. Auch hat der rumänische Staat enorme Schwierigkeiten, Staatsanleihen auf dem Markt, d.h. im eigenen Land, unterzubringen. Bereits im Jahre 2009 war es notwendig war, den Internationalen Währungsfonds um Hilfe zu bitten. Letzten Meldungen zufolge erhält Rumänien von der EU, der Weltbank und dem IWF Kredite in Höhe von 20 Milliarden Euro. Damit scheint ein unmittelbarer Staatsbankrott vorerst abgewendet zu sein. Langfristig aber kann es diesem Desaster nur entgehen, wenn es bereit ist, ähnlich wie Griechenland, einen rigorosen Sparkurs einzuschlagen. Dieser muss neben einer deutlichen Reduzierung der Inlandverschuldung Sparmaßnahmen der öffentlichen Haushalte vor allem durch Einfrieren der Personalkosten zum Inhalt haben. Das Ziel, bis 2015 der Euro-Zone beizutreten, dürfte sich als nicht realisierbar erweisen.
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