Neuer Großaktionär bei Air Berlin

Für Air Berlin, die finanziell angeschlagene zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, gibt es Licht am Ende des Tunnels: Ein neuer Investor ist gefunden, wenn die deutsche Finanzaufsicht BaFin und das Bundeskartellamt zustimmen.

Air Berlin trotz Passagierrekord 2011 tief in den roten Zahlen

2011 konnte die deutsche Airline einen Rekord verzeichnen, denn sie transportierte mit 35,3 Millionen Passagieren so viele wie noch nie. Auch die Auslastung der Flotte erhöhte sich um 1,8 Prozentpunkte auf 78,2 %. Trotzdem konnten die Verluste nicht gestoppt werden, die Schulden belaufen sich mittlerweile auf rund 600 Millionen €.

Arabische Airline erhöht Anteile an Air Berlin

Air BerlinEtihad Airways, nationale Airline von Abu Dhabi, will die bisherigen Anteile an der deutschen Airline von 2,99 % auf 29,21 % erhöhen und wird damit größter Einzelaktionär. Aus dem Aktienerlös werden Air Berlin ca. 73 Millionen € zufließen, wenn die Aufstockung der Beteiligung die Zustimmung von Bundeskartellamt und Finanzaufsicht erhält. Bestandteil der Vereinbarung ist auch die Zusicherung von arabischer Seite, dass die Beteiligung mindestens zwei Jahre gehalten, nicht erhöht und kein Übernahmeangebot gemacht wird.

Erfolg im zweiten Versuch

Verhandlungen mit Etihad Airways gab es bereits 2008, allerdings ohne Erfolg. Nun hat der neue Unternehmenschef der Airline Hartmut Mehdorn im November letzten Jahres die Gespräche erneut aufgenommen. Der Firmengründer und bisherige Chef von Air Berlin Joachim Hunold hatte einen Verkauf immer abgelehnt. Bislang befinden sich Großteile der Aktien im Streubesitz mit zwei Großaktionären (ca. 16 und 7 %), das dürfte sich nun bald ändern.

Weiterreichende Synergien

Mit Erhöhung ihres Anteiles an Air Berlin wird Etihad Airways auch in den Aufsichtsrat einziehen. Zudem stellt die arabische Fluggesellschaft Kreditlinien in Höhe von 195 Millionen € über fünf Jahre zur Verfügung, die vor allen Dingen zur Weiterentwicklung der Flotte und zum Ausbau der Fluglinien verwendet werden sollen. Etihad wurde 2003 gegründet, von Abu Dhabi finanziert und befindet sich auf Expansionskurs, obwohl sie noch Verluste schreibt. Beide Gesellschaften wollen auch im normalen Geschäftsbereich zusammenarbeiten, wovon sich gerade Air Berlin Synergieeffekte in Millionenhöhe verspricht. Unter anderem sollen beide Airlines die Flüge der jeweils anderen buchen können, aber auch in anderen Bereich, z.B. im Einkauf, soll die Kraft gebündelt werden.

Strategische Ausrichtung bleibt

Air Berlin hält trotz der neuen Beteiligungsstruktur an den Plänen fest, im Frühjahr 2012 dem Luftfahrtbündnis Onworld beizutreten. Das eröffnet der Airline die Möglichkeit, eigene Flüge gemeinsam mit anderen Gesellschaften, wie z.B. British Arways oder American Airlines, anzubieten.

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